Giuseppina & Terry - Ist queeres Leben in Gefahr?

Shownotes

Was bedeutet eigentlich "Dyke", und was hat ein Karabinerhaken mit lesbischer Geschichte zu tun? Queere Geschichte sollte verschwinden. Dass sie es nicht ist, verdanken wir Menschen, die sich dem entgegengestellt haben. Über eine Liebe, die zugleich Widerstand war. Giuseppina und Terry nehmen uns mit ins Berlin der 1920er Jahre: das queere Mekka, die Geburtsstätte der ersten weltweiten queeren Emanzipationsbewegung, lange vor Stonewall. Sie erzählen, wie all das 1933 in Flammen aufging – die Bücherverbrennung, die Zerstörung des Instituts für Sexualwissenschaften. Aus dünner Quellenlage und jahrelanger Recherche im Spinnboden Lesbenarchiv ist ein Musical entstanden, das diese Geschichten zurückholt: Burning Berlin – Dyke Musical. Sieben Performer:innen, vier Vorstellungen im SO36, knapp 1.000 Tickets. Finanziert über Crowdfunding, weil die Förderung fehlt, die es längst geben müsste. Eine Folge über Mut, Erinnerung als Widerstand und die Frage, warum queere Geschichte gerade jetzt laut erzählt werden muss.

Instagram burningberlin.dykemusical Das Projekt auf Startnext BurningBerlin-Dyke Musical Ebow - Novoline Song Größter Flinta-Chor Europas D-Dur Dykes Spinnboden Lesbenarchiv Das Projekt braucht 30.000€ damit es umgesetzt werden kann. Unterstütze BurningBerlin-Dyke Musical jetzt!

Beteiligt an dieser Folge

Gäste: Giuseppina & Terry Host: Denis Bartelt Regie/Leitung: Florence Michel Design/Fotografie: Alexander Elsner Schnitt: Max Frisch Sound: alldatmaddis (Mathis Klemm)

Transkript anzeigen

00:00:00: Was macht denn eigentlich Community aus?

00:00:01: Es sind die einzelnen kleinen Stimmen auch, die in ein Gesamtes beitragen.

00:00:05: Wir sind alle irgendwie Heldinnen dafür, dass wir initiieren und da sind und irgendwie dazu beitrage.

00:00:11: Und natürlich auch unsere Geschichte nicht zu vergessen.

00:00:14: Das ist ja auch was das Musical ist so... Dass wir nicht vergessen, woher kommt die Community?

00:00:19: und das ist der Widerstand den wir hatten in der Geschichte von unseren Brothers and Sisters.

00:00:25: Queer sein ist nicht Partikultur!

00:00:27: Auf jeden Fall nicht per se.

00:00:29: und das

00:00:41: zu erinnern.

00:00:53: und um eine Geschichte, die jahrzehntelang aus den Geschichtsbüchern verdrängt wurde.

00:00:57: Mein Anliegen ist dieser Community heute den Raum zu geben, den sie verdient.

00:01:01: Meine Gästinnen sind Josepina, Produzentin und Archivaren am Spinnboden Lesbenarchiv und Terry verantwortlich für Kompositionen- und musikalische Leitung und Gründung des Chors The Door Dykes.

00:01:13: Gemeinsam erzählen Sie mir von Burning Bellen, dem ersten Dyke-Festival über die Liebesgeschichte von Lotte Ham und Kette Fleischmann im Queeren Berlin der neunzelneinhalbzwanziger Jahre.

00:01:25: Eine Geschichte von Liebe Mut und Solidarität und davon was es heißt sichtbar zu sein wenn andere dich am liebsten unsichtbar machen würden!

00:01:33: Ich wünsche dir gute Energie.

00:01:34: mit unseren Gedanken los geht's.

00:01:36: Triggerwarnung.

00:01:37: ein kurzer Hinweis vorab in dieser Folge sprechen wir über die Verfolgung queerer Menschen über die NS-Zeit und die Bücherverbrennung.

00:01:46: Wir erzählen davon nicht, um Schmerz zu wiederholen sondern um sichtbar zu machen was lange unsichtbar war.

00:01:51: Pass gut auf dich auf wenn dich diese Themen belasten.

00:01:54: sei eingeladen wenn du bereit bist.

00:01:57: da sind wir wieder die fünfte Folge von Funding Fieber.

00:02:00: ihr wisst der Podcast hier geht es um Projekte und die Finanzierung mit der Crowd von diesen Projekten.

00:02:05: ich habe zwei tolle Menschen als Gäste eingeladene und zwar Terry Hi.

00:02:11: Und Giuseppina?

00:02:12: Hallo!

00:02:13: Bevor wir hier richtig loslegen, draußen ist es sehr warm... Wir sind hier im Publix und das Tolle am Publx ist ja dass hier so viele wichtige Recherchen stattfinden für die Gesellschaft, dass hier viele Institutionen sind und dass auch wir Startnext hier sind und Interviews führen mit Projekten, die gerade laufen also die Geld einsammeln und vor allem mutig sind.

00:02:36: und jetzt möchte ich von euch Beiden gerne zuerst mal wissen, welches Projekt habt ihr mitgebracht bzw.

00:02:42: wie geht es euch eigentlich?

00:02:43: Wie seid ihr jetzt hier?

00:02:45: und dann reden wir über das Projekt.

00:02:47: vielleicht erst einmal ganz kurzen kleinen Einblick in eure beiden Wege dir begangen seit bisher und was euch eigentlich zusammengeführt hat.

00:02:55: Erstmal die Frage, wie's mir geht.

00:02:57: Erst mal die Frage wie's dir geht.

00:02:57: Mir gehts halt gut

00:02:58: ein bisschen warm.

00:03:00: ich bin auch etwas aufgeregt aber ich freue mich auch auf das Gespräch.

00:03:03: total Ja,

00:03:05: cool.

00:03:06: Mir geht es auch sehr gut!

00:03:07: Ich bin vorfreudig was jetzt dieses Gespräch so bringt und ich glaube für uns Musiker ist jede Möglichkeit das noch weiter in die Welt zu tragen und einfach ein bisschen an die Leute zu bringen.

00:03:20: Einfach eine super Möglichkeit und da freuen wir uns einfach drauf.

00:03:24: Sehr geil und das wird auf jeden Fall.

00:03:26: heute muss Reichweite entstehen für queere Kultur und dass Musiker soll eins sein.

00:03:33: Was ist dein Hintergrund?

00:03:34: Wie kommst du dazu und lass mal so den Weg finden in das Musical hinein.

00:03:41: Genau, also ich arbeite schon sehr lange in Berlin zu Queerageschichten leite da auch ein Projekt und bin auch bei einem queer lesbischen Archiv tätig dem Spinnboden-Lesbenarchiv und dadurch bin ich eigentlich immer mit Queerer Geschichte umgeben.

00:04:00: Und ich bin eben auch sehr stark ein Verfächterin davon, diese Geschichten die oft in den Regalen schlummern oder in Kartons auch an die Menschen zu bringen über verschiedene Formate.

00:04:11: Also quasi Leute irgendwie zu erreichen, die nicht unbedingt in einen Archiv gehen oder sich per se mit Geschichte beschäftigen.

00:04:20: Und deswegen ist es musical für mich auch richtig neues Terrain.

00:04:24: Weil das zum ersten Mal ein Projekt ist, wo ich auch nochmal über dieses Genre schaue.

00:04:31: wie können wir queere Geschichte?

00:04:34: empowernd aber auch sehr ernsthaft weil wir potatieren reale Menschen die gelebt haben und ihre Lebenswege und Schicksale.

00:04:44: Wie wird das zusammenbringen?

00:04:45: Ich bin da sehr gespannt darauf wie die Menschen auch darauf reagieren werden.

00:04:48: Das

00:04:49: klingt auf jeden Fall sehr spannend.

00:04:50: Kannst du noch etwas über dieses Archiv erzählen?

00:04:52: Weil das fand ich persönlich auch sehr interessant, was hat sich dort angesammelt und wie alt sind die Geschichten, die dort aussehen?

00:05:00: Also erstmal der Spinnenboden ist mit dem Lesbian Horror Story Archives in New York das größte und älteste lesbische Archiv der Welt.

00:05:09: Wow!

00:05:10: Und seit über fünfzig Jahren gibt es den Spinnenboden aber auch noch Materialien, die noch weit darüber hinausgehen.

00:05:20: Also ab dem frühen zwanzigsten Jahrhundert haben wir Materialien dort die lesbischquiere Bewegungsgeschichte porträtiert und ja... Das geht bis in die heutige Zeit natürlich.

00:05:35: Wir sind auch sehr stark mit Queeren Communities verbunden, weil der Spinnenboden nicht nur ein Archiv und eine Bibliothek ist sondern eben auch ein starker Communityort.

00:05:42: also wir machen sehr viele Veranstaltungen und haben Beratungsangebote und Empowerment-Angebote und dadurch speist sich auch immer wieder das Material dass wir dann quasi im Spinnenboden aufbereiten und Menschen kostenlos auch zugänglich machen.

00:05:58: ganz wichtiger Ort nicht nur weil ich dort arbeite Weil es eben zu wenig dieser Orte gibt in Berlin, sicherlich haben wir da eine größere Bandbreite auch an Orten die diese Geschichte in ihrer Komplexität bewahren.

00:06:15: Aber so lesbische Geschichte ist oft von sehr viel Unsichtbarkeit und auch prekären Strukturen geprägt.

00:06:21: Das erleben wir auch jeden Tag im Spinnboden.

00:06:24: Dennoch sind wir sehr glücklich, dass wir über fünfzig Jahre Geschichte von diesem Ort schon haben.

00:06:29: Und ja und wir planen minimum weitere fünfzig jahre wenn nicht noch mehr.

00:06:34: Stark

00:06:35: wirklich stark.

00:06:36: Terri wie bist du jetzt dazu gekommen?

00:06:39: Und was ist denn deine Geschichte?

00:06:40: Genau also meine Geschichte hat genau das Gegenteil eigentlich.

00:06:44: Also du kommst eher aus der historischen Bereich unseres Musicals.

00:06:50: ich komme eher aus dem musikalischen Bereich.

00:06:51: Ich bin Sänger in Singer-Songwriter und genau habe einen sehr großen Chord, die Dedo Dykes den ich mitgegründet habe und leite.

00:07:05: Genau, ich schreibe schon sehr lange Musik und hatte dann ein Konzert mal am achten März auf dem feministischen Kampftag in Berlin.

00:07:14: Und dann haben die beiden ... ja, Writers unseres Musicals mich gesehen live mit einem kleinen Teil des Chors und haben gesagt hey das ist ein Match und diese Person wollen wir an Bord haben, haben mir über meine Website eine Mail geschrieben und gesagt Wir haben einen lesbisches Musical was wir gerade aufbereiten Und wir brauchen noch jemanden für die Musik und möchten dich an Bord haben.

00:07:39: Das war für mich das Calling, ich glaube ein größerer Lebenstraum.

00:07:43: den hatte ich noch nie weil ich auch früh in meiner Karriere oder auch schon in meiner Jugend einfach sehr musical affin war und ich arbeite jetzt auch Hauptberuflich als Gesangselehrerin und arbeite selber mit Musicals und Unterrichtemusicalgesang und so.

00:07:56: Und dass jetzt die Möglichkeit zu haben einen Musical selber zu komponieren Unglaublich Brenne, der mich persönlich betrifft und einfach auch etwas zu bezwecken über Entertainment hinaus.

00:08:12: Sondern tatsächlich auch Aufklärungsarbeit zu leisten ein etwas zurückzugeben und Geschichten dazu erzählen die unerzählt sind teilweise bisher eine große Ehre.

00:08:22: So kam ich dann zu dem Projekt, also ich mach den musikalischen Teil und hab große Freude gehabt bisher so viel schon zu lernen über lesbische Geschichte die mir selber auch noch verborgen war.

00:08:34: Und ich freue mich sehr doll für das Publikum und für die Welt und unsere Community und auch außerhalb unserer Community natürlich dass diese Geschichte auf eine sehr schöne Art und Weise erzählen werden kann

00:08:48: Cool.

00:08:49: Also es ist so ein Match in Heaven sozusagen?

00:08:51: Ja,

00:08:51: wirklich.

00:08:51: Ich glaube von allen Seiten also jeder...

00:08:53: Es hat geklickt auf jeden Fall.

00:08:54: ...jeder in unserem Team als wir sind sehr kleines Team aber alle bringen die eigene Expertise mit, aber alle fühlen glaube ich die gleiche Ehre sich daran zu beteiligen und das zu einem Puzzle zu machen.

00:09:06: Das ist ja die Geschichte von zwei Menschen, die quasi in einer Gesellschaft vor unserer sozusagen gelebt haben und es ist auch so ein Amt was man da trägt.

00:09:14: Absolut!

00:09:14: Dass sie ein bisschen in der richtigen Form ins Licht bringt.

00:09:18: Wenn ich an Musical denke, dann... Also das ist jetzt meine Perspektive.

00:09:22: Dann schillert das alles so von mir.

00:09:24: Alles ist irgendwie bunt und auch laut und wild und feierend aber auch dramatisch und so.

00:09:30: Und dass es so was das Musical für mich ein bisschen ausmacht, irgendwie fühlt sich das so ein bisschen an als wäre das auch so ein Match in Heaven mit queerer Kultur und Kunst oder so.

00:09:39: Das ist ein Verständnis vor mir, dass das Laut sein, das Ausbrechen auch Teil von Musicals ist.

00:09:45: Oder habt ihr da ein anderes Bild dazu?

00:09:47: Weil alle Musicals, die ich gesehen habe so ein Stück weit diese Form von Expressionen eigentlich hatten.

00:09:52: Ja also ich glaube das ist nicht zufällig dass irgendwie sehr viele Menschen die in Musical lieben oder musical tätig sind oder schon als Jugendliche und als Kinder sich zum Musiktheater hingezogen gefühlt haben auch Queer sind der Norm nicht entsprechen oder so was.

00:10:10: Weil ich glaube, dass über Musiktheater läuft ganz viel sich verstehen fühlen, sich in Charaktere einfühlen die selbst ähnlich sind und einfach auch sich da reinzuträumen und vielleicht auch der Realität ein bisschen zu entfliehen.

00:10:27: Und ja ... Ich finde Musical ist superqueer!

00:10:33: Aber ich glaube das, was wir wollen is gerade auch eine sehr tragische Geschichte zu erzählen und die nicht unbedingt nur auf ne kitschige Weise, sondern auch wirklich auf ne

00:10:47: ja

00:10:48: einfach wirklich tiefgreifende Weise.

00:10:50: Und lesbische Liebe auch in ihren all den Facetten einzufangen.

00:10:55: also ich glaube das zu lesbischer Liebe Und wie am Ende Beziehungen funktionieren, das ist eine Sache die ist so viel komplexer als man liebt sich oder nicht.

00:11:08: Unsere Geschichte durchlebt so viele Emotionen und Hürden... Und das wollten wir wirklich dem gerecht werden.

00:11:15: und irgendwie auch diese Lücken, die wir in der Recherche ... also mit den Writers und du.

00:11:20: In der Rechersche hatten.

00:11:22: dann, weil ja nun mal einfach nicht alles ... Das wirst du gleich noch weiter erzählen.

00:11:25: Nicht alles dokumentiert ist.

00:11:27: Auch möglichst akkurat zu füllen und möglichst wirklich lesbischem Leben, lesbischer Liebe gerecht zu werden irgendwie.

00:11:39: bringt queere Geschichte zurück auf die Bühne, als erste Musical-Premiere überhaupt im SO-XXX in Berlin.

00:11:45: Mit mindestens vier Aufführungen!

00:11:48: Damit das möglich wird, läuft gerade die Crowdfunding-Campagne auf Sat Next – das Ziel sind dreißigtausend Euro.

00:11:53: Über fünf tausend euro sind schon zusammengekommen.

00:11:55: Das Geld geht in faire Honorare für das siebenköpfige Quire Ensemble, in Bühnen, Kostüme, Grafik, Gema und Versicherung.

00:12:02: Das Kernteam selbst arbeitet bisher unbezahlt.

00:12:05: Das Ganze ist mehr als eine Finanzierung, das ist ein Akt der Sichtbarkeit.

00:12:09: Jede Unterstützung sagt wir sehen euch, wir hören euch eure Geschichte gehört auf die Bühne natürlich wer mitmacht bekommt auch Dankeschöns und ihr findet wie immer den Link zu dieser Kampagne in den Show Notes.

00:12:24: Wir sind noch gar nicht darauf eingegangen wann das ganze spielt und wie.

00:12:26: es im Detail sollte man jetzt mal machen.

00:12:31: Dike Musical, vielleicht kannst du was dazu sagen wie das zu dem Namen auch gekommen ist und was das eigentlich mit der Geschichte zu tun hat.

00:12:38: Warum?

00:12:39: Was da genau brennt sozusagen.

00:12:42: Vielleicht hast du da ein bisschen Einblick.

00:12:44: für uns

00:12:44: Ja, also der Titel hat glaube ich mehrere Ebenen und auch für alle Teammitglieder sind einige ebenden stärker als die anderen.

00:12:53: Ich glaube ein Punkt ist natürlich auch das wir in der Liebesgeschichte porträtieren und da auch viel mit Leidenschaft und füreinander brennen eben noch eine große Rolle spielt was auch eben die Geschichte sehr stark trägt.

00:13:07: Ein anderer Punkt ist natürlich, dass wir uns in eine Zeit begeben.

00:13:11: In das Berlin der neunzenhundertzwanziger Jahre die oft so auch so verklärt als die goldenen zwanziger dargestellt werden in der Gesellschaft Und wir quasi diese Zeit mitdokumentieren von dieser sehr pulsierenden, freien Berliner Queerengesellschaft.

00:13:31: Die dort eben entsteht und auch ein großer Anziehungskraft für viele Menschen in der Welt haben.

00:13:40: also Berlin wird wirklich das queere Mecca zu dieser Zeit.

00:13:43: Ich habe dazu ein paar Zahlen gelesen und es hat mich auch wirklich überrascht dass.

00:13:47: Ich hab mich da zurückversetzt gefühlt und gedacht, wo stehen wir denn heute tatsächlich?

00:13:52: Im Vergleich.

00:13:52: Ich fand das sehr krass.

00:13:53: die Zahlen, können wir nachher noch mal ganz kurz draufschauen.

00:13:56: Eigentlich der Ursprung der ersten großen weltweiten Queerinimmazipationsbewegungen, was viele nicht wissen.

00:14:01: Wir sind gerade im Pride Month und viele verbinden auch Queerenwiderstand mit den Stonewall Riots.

00:14:08: Total wichtig!

00:14:10: Aber geschichtlich geht es halt wirklich in den neunzeln, neunzwanziger zurück und das war eben nicht nur Party-Kultur sondern es gab auch sehr viele Zeitschriften, queere Zeitsschriften.

00:14:20: Und auch schon Vereinigungen um gegen Diskriminierung von Queeringmanions zu kämpfen schon damals.

00:14:27: Und wir gehen halt genau in die Zeit, weil wir eben auch aus der Geschichte wissen was ab den frühen neunzenhundert dreißigern in Berlin und in Deutschland passiert.

00:14:38: In der Welt also die Machtergreifung der Nazis und eben ein ganz wesentlicher... Punkt, auch Wendepunkt queeren Lebens in dieser Zeit ist die Bücherverbrennung auf dem damals genannten Opernplatz.

00:14:52: Wo auch vor allen Dingen sehr viele quere Bücher und sehr viel quere Forschung aus dem Institut für Sexualwissenschaften von Magnus Hirschfeld zerstört wurde und damit eine ganz große Lücke entsteht an Materialien Dokumenten über queeres Leben weil die einfach vernichtet wurden.

00:15:13: Und in diesem Spannungsfeld bewegt sich unser Musical auch, also das Aufbegehren und dass die große Freiheit der queeren Lebens und dann eben auch die sehr schnelle und beängstigende Zerschlagung von queerer Infrastruktur und Bedrohung von queerm Leben.

00:15:31: Und ich finde, Burning Berlin kann man auch so zwei irgendwie zweigleisig verstehen.

00:15:36: Das ist einmal der Zustand des Zustands das Berlin brennt, ja?

00:15:40: Burning Berlin aber auch das aktive Berlin verbrennen also zum Beispiel durch Zerstörung von queerem Leben, querer Gemeinschaft und Dokumentation Ja.

00:15:55: Und jetzt habt ihr weil wenn viel verbrannt ist viele Geschichten gar nicht mehr existiert existieren, dann ist ja die Frage welche Geschichte es aber irgendwie greifbar und ihr habt eine gefunden.

00:16:05: Wie seid ihr da oder du auf die Recherche gegangen?

00:16:09: Wie kommt es zu dieser ein... ich sage jetzt mal paar Beziehungen, die sich so trägt durch die Gesamtzeit weil das ist ja glaube ich das Spannende dabei dass man sie am Anfang schon sozusagen kennenlernt und dann eigentlich durch diese Schwierigkeiten mit ihnen durch muss um später irgendwie zu gucken was da passiert.

00:16:24: also wie ist das denn gefunden worden auf der einen Seite und wie trägt sich das?

00:16:30: Also, wie ich ja schon sage, ich arbeite in einem lesbischen Archiv.

00:16:34: Und daher ist mir die Geschichte vor allen Dingen von einer unserer Hauptdarstellerin oder Protagonistin Lotte Ham sehr bekannt weil den letzten durch seinen fünf bis zehn Jahren da auch viel durch ForscherInnen und auch öffentliche Gedenkort viel getan wurde auch an lesbische Pionierinnen zu gedenken.

00:16:52: Es gibt zum Beispiel auch eine Gedenktafel an der Hasenheide, wo mal der Damenclub Violetta auf den wir auch noch zu sprechen kommen.

00:16:58: Den Lotte haben und Kätefleisch mal gemacht, auch realisiert haben.

00:17:03: Der dort eben auch quasi wurde... Partys wurden Veranstaltungen dort auch stattgefunden haben, würde man heute nicht mehr erkennen.

00:17:10: Das ist einfach ein Haus an der Hasenheide und genau da ist schon viel passiert.

00:17:15: aber bei der Ursprung diese Geschichte von diesen beiden Menschen also quasi nochmal in einen Musical zu übertragen kommt von Melissa also eine unserer Writerin die eben im Spinnboden auf diese Geschichte gestoßen ist und dann irgendwie dachte okay Da ist so viel drin, das müssen wir irgendwie übertragen auf die Bühne bringen.

00:17:37: Und genau das war dieser Click Moment und von da an haben wir uns in die Recherche gestürzt und haben so gut es geht eben diese sehr dünne Quellenlage, die wir über diese Zeit haben und auch darüber hinaus nach dem Zweiten Weltkrieg fehlen viele Zeugnisse vom queeren Leben haben wir so gut es geht die dektivische Arbeit geleistet, um ja schon diesen Menschen gerecht zu werden.

00:18:06: Also es gibt viel kreativen Freiraum.

00:18:08: natürlich weil auch Forscher in uns gesagt haben das können wir dir auch nicht sagen Wir können da auch nur mutmaßen weil wir auch einfach keine Belege keine Fakten haben und das gibt uns als kreatives Team natürlich auch die Freiheit da eben auch ein bisschen utopisch eben auch uns Sachen die passiert sein könnten, eben auch in das Musical zu übertragen.

00:18:32: Aber auch eine Verantwortung.

00:18:34: also ne?

00:18:34: Auch so wie wir am Ende diese Lücken füllen bestimmt auch ganz viel wie die Geschichte von ihnen erzählt wird und da würde ich sagen seid ihr ja auch als Writer sehr sensibel rangegangen zu sagen hey wir wollen eben was ich eben meinte so möglichst Akkurates erzählen und vielleicht auch du hattest gerade das Wort utopisch aber fast vielleicht gar nicht so durch die Blume erzählen, sondern einfach wirklich wie war es damals.

00:19:03: Da ist ganz viel Verantwortung von den Kreativschaffenden hier.

00:19:08: Und ein Aspekt der da noch eine Rolle spielt ist wir neigen oft auch in der Geschichtserzählung zu einer Ikonenbildung Und in den vergangenen Jahren habe ich das so ein wenig, jedenfalls in der Bubble, in der ich mich bewege.

00:19:20: So queere Geschichte auch mit Lotte Haam erlebt und uns ist es total wichtig neben Lotte Ham eben auch Kette Fleischmann die ganz wesentlich war eben auch für diese lesbisch-queerbar und subkultur genau so.

00:19:34: Die Vertreiberin im Grunde

00:19:35: genau.

00:19:36: Ja.

00:19:36: Die Person zum Hintergrund die aber so wesentlich was damit dass überhaupt vonstatten geht ihr genau diesen Platz in der Geschichte auch zu geben, der bisher eher unterrepräsentiert ist und auch anderen Akteur erinnern.

00:19:52: Weil wir einfach auch dieses kollektive gemeinsame solidarische von der lesbisch-queeren Community damals porträtieren wollen.

00:20:01: Und das ist auf jeden Fall ein ganz wichtiger Aspekt vom Musical weil sehr stark weg müssen von diesem.

00:20:09: eine Person hat irgendwie alles getan.

00:20:12: Jedenfalls ist das mein Anspruch, wenn ich über queere Geschichte spreche weil ich oft vielen kleinen Geschichten genauso wesentlich finde von Menschen die es nicht in die Geschichtsbücher oder in die Dokumente die wir bewahren geschafft haben.

00:20:28: Das finde ich auf jeden Fall sehr spannend.

00:20:29: Ich glaube, wir neigen natürlich dazu uns Vorbilder zu suchen die für uns irgendwie sprechen können und dann ist das... Ja, sehr viel einfacher dann quasi eine Person zu finden wo man einfach hingucken kann und sagt okay das ist der Mut den ich brauche den ich haben möchte und so.

00:20:46: Und also ich verstehe auf jeden Fall dass das dann schnell passiert.

00:20:49: aber ich finde es sehr gut das ein bisschen aufzustreuen sozusagen weil viele kleine Faktoren dazu beitragen dass am Ende irgendwie eine Community entstehen kann.

00:20:58: und ja aber für mich macht das Sinn was du sagst dass das darum geht das ein bißchen aufzulösen.

00:21:04: Und trotzdem glaube ich, wenn so eine schöne Figur dann da ist und die Geschichte erzählt.

00:21:10: Dass man das Herz da erst mal auch hingeht und trägt.

00:21:14: mich interessiert auf jeden Fall wie du jetzt versuchst mit Ton sozusagen mit dem Orchester quasi diese Spannung dieser Zeit.

00:21:25: Da habe ich einen Klang im Ohr irgendwie aber das sind eben so ein bisschen die goldenen zwanziger wahrscheinlich Und wie du den jetzt da reinwebst in die Dramatik der Geschichte.

00:21:36: Hast du da irgendwie schon Idee davon gehabt?

00:21:38: Ja,

00:21:40: das ist eine totale Mix aus... Ich habe natürlich mein eigenes Deal.

00:21:45: Jeder Mensch, der komponiert hat so seinen eigenen kleinen ... Kann man wieder erkennen dadurch dass ich auch Songs schreibe.

00:21:53: aber natürlich auch Songwriting ist noch mal was anderes als Musical und Komposition.

00:22:00: Du hast einen anderen Zweck, du erzählst dir etwas ne?

00:22:03: Du erzählste eine Geschichte von Rollen, die auch während des Liedes auch irgendwie miteinander interagieren.

00:22:09: Und es hat irgendwie alles in rotem Faden anders als jetzt ein Pop-Song, den du komponierst der für sich steht vielleicht und der auch deine Emotionen anders einfängt weil in diesem Fall haben wir ein komplexes Stück wo du In einem Pop-Song, da geht es viel um Hooks und um schnell fühlen.

00:22:26: Und dranbleiben und so was.

00:22:29: Du kannst einfach in eine Musical-Komposition noch mal andere Freiheiten haben.

00:22:35: Genau!

00:22:36: Dann ist das natürlich meine Vorerfahrung und mein Geschmack.

00:22:40: Andererseits liebe ich musikalische Challenges.

00:22:44: Ich finde das total geil.

00:22:46: Jetzt mir selber die Challenge... geben zu haben, ich möchte diesen Zeitalter gerecht werden.

00:22:52: Ich habe ein bisschen reingehört in so Charleston, in so zwanziger Jahre Musik und gerade auch Berliner zwanzigere jahre Musik.

00:23:01: Und habt einen paar Lieder auf jeden Fall basierend auf diesem Stil geschrieben damit wir auch möglichst irgendwie eintauchen können in dieses Feel Aber trotzdem auch andere Lieder so ein bisschen in meinem Pop-Stil behalten.

00:23:17: Ich liebe natürlich auch, das musikalisch anspruchsvoll zu gestalten.

00:23:21: also ich mag gerne dass es nicht keine Ahnung, nur lacht fünfzehnmäßig klingt sondern jeder Song hat seine eigene Besonderheit.

00:23:28: Ich mag gerne mit interessanten Takt Arten zu spielen und irgendwie Melodien und Harmonien.

00:23:36: Und ich hatte da sehr, sehr viel Spaß dran auf jeden Fall.

00:23:39: Wirklich sehr viel Spass!

00:23:42: Ja, und ich glaube eine Sache wo ich gerade nochmal auf das was du gesagt hast gerade zurückkommen wollte dieses dass man Nicht nur Einzelpersonen errt, sondern eben auch einfach versteht dass eine Community entsteht durch jede einzelne kleine Person die sich was dazu beiträgt.

00:23:59: Sonst wäre es ja keine Community.

00:24:02: Klar es gibt Akteurinnen die halt einfach ein bisschen lauter waren und einfach auch ein bisschen mehr geglänzt haben Und sowas.

00:24:07: aber ich hatte so ein bisschen die Mission in einem, also der letzte Song Musiker.

00:24:14: Genauso musikalisch ist das so aufgebaut.

00:24:17: wir haben den Dedo Dykes, den Chor, Flinterchor, der auch Teil des Musical sein wird aber mehr ein Rahmen setzen wird musikalische.

00:24:25: Wir haben zu Beginn einen Song von ihnen und am Ende einen Song und in der Mitte kommen sie auch noch mal rein Und dann geht tatsächlich erst die Story los.

00:24:33: Also das ist außerhalb

00:24:34: und es

00:24:34: ist so ein bisschen wie eine Uvertüre.

00:24:37: Mir

00:24:37: nimmt

00:24:39: man das am Ende, weiß ich jetzt gar nicht mehr.

00:24:45: Egal!

00:24:46: Auf jeden Fall und am Ende habe ich einen Song geschrieben der eben gerade finde ich auch sehr stark von diesem Chor performt sagen soll hey Was macht denn eigentlich Community aus?

00:25:01: Es sind die einzelnen kleinen Stimmen auch, die in ein Gesamtes beitragen und wir sind alle irgendwie Heldinnen dafür dass wir initiieren und da sind und irgendwie dazu beitrage.

00:25:12: Und natürlich auch unsere Geschichte nicht zu vergessen.

00:25:15: Das ist ja auch was das Musical ist.

00:25:18: Dass wir nicht vergessen woher kommt die Community?

00:25:19: und das ist der Widerstand den wir hatten In der Geschichte von unseren Brothers and Sisters.

00:25:29: Genau, dass Queer sein ist nicht Partikultur.

00:25:32: Auf jeden Fall nicht per se!

00:25:33: Und das zu erinnern.

00:25:35: Ja, also ... ihr habt ja einen Einblick bekommen in die Musik und ich bin auf jeden Fall sehr confident, weil ich da beim Table-Reach schon einige Emotionen ausgelöst habe!

00:25:47: Jetzt ist es natürlich ein großes Kompliment.

00:25:50: Also wenn man ... Das bin ich natürlich ein bisschen gespannt.

00:25:51: Es wurde

00:25:52: geweint und gelacht.

00:25:53: Es

00:25:53: wurden geweint, gelacht, es gibt auch sexy Songs.

00:25:56: Es ist alles da, alles ist da.

00:25:59: Wie lange hast du daran gearbeitet?

00:26:01: Du sagst das jetzt so ... Hab ich gemacht, aber es denkt nach sehr viel Arbeit gerade.

00:26:06: Ja, ich glaube ... Ich funktioniere da sehr in Flows.

00:26:10: also wenn ich so inspiriert bin dann kommt das so raus einfach und dann schreibe ich ein Song schon schnell innerhalb von so ein zwei Stunden.

00:26:18: Insofern ist das jetzt.

00:26:19: Aber ich hab natürlich auch schon begonnen mit dem Songwriting vor über einem Jahr als ich Melo & Fanny zum ersten mal getroffen habe.

00:26:26: Und ganz lustig, ich hab sie zum ersten Mal getroffen um darüber zu sprechen zu sagen hey wir wollen Team bilden.

00:26:33: Auf dem Weg nach Hause bin ich dann im Fahrrad gefahren.

00:26:36: Und ich musste wirklich alle fünf Minuten anhalten und irgendwie eine Memo in mein Handy schreiben, weil ich so inspiriert war.

00:26:41: Da war dann als ich zu Hause ankam, war der erste schon geschrieben.

00:26:44: Also da ging es dann schon direkt los.

00:26:46: also ich war absolut inspiriert einfach auch von dieser Geschichte und von dem was wir schon besprochen haben.

00:26:51: Es wurde natürlich auch ein bisschen etwas verändert.

00:26:53: Ein Song musst du wieder rausgeschnitten werden, weil das einfach dann doch nicht gepasst hat und dann musste jetzt wirklich bis zuletzt also wirklich noch so okay warte.

00:27:00: wir brauchen hier auch noch einen Song Hier brauchen wir auch noch ein Song.

00:27:03: Es ist schon sehr ... Okay!

00:27:05: Ja, viel Arbeit gewesen jetzt, gerade in der Hektik der letzten Last Minute aber so ... ähm ja ich glaube einfach so Songwriting wenn man dafür brennt haha Burning Berlin dann ist das irgendwie eher ne Passion als eine Arbeit.

00:27:23: Aber klar, ja

00:27:24: Kommt auf jeden Fall rüber bevor wir gleich weil.

00:27:25: du hast mehrfach Community gesagt da sollten wir gleich mal ein bisschen reingehen Crowdfunding Community, das ist ja auch unser Ding.

00:27:32: Und du hast aber nebenbei ... Du hast jetzt so viele Songs und Sachen produziert fürs Musical, hast ja auch noch ein Song produziert mit Ebo.

00:27:42: Novolin oder wie es heißt?

00:27:43: Ja!

00:27:45: Wie ist das denn noch passiert zwischendurch?

00:27:46: Das ist einfach ... Ebo ist eine echt schöne Connection die ich durch den Chor machen durfte.

00:27:55: Wir haben im Chor einen Song von ihrem Reparator Lesbisch Und haben dann bei unserem ersten Konzert im Dezember, den war das, weil ich weiß.

00:28:06: Genau oder?

00:28:07: Ja doch!

00:28:08: Da haben wir dann mit Ebo performt und haben sie so ein bisschen als Surprise Sack mit reingenommen und seitdem sind Ebo nicht auch in Kontakt.

00:28:18: Ja, also Ebo ist immer mal wieder auch dabei.

00:28:20: Auch bei Konzerten von den Dedo-Dykes.

00:28:22: Sie hat mir auch gesagt... Max sehr gern mit uns zu arbeiten und wir sind natürlich auch sehr geehrt!

00:28:28: Und jetzt hat sie mich letztens angehauen und hat gesagt hey ich schreibe gerade mein neues Album und ein Song der ist mir sehr wichtig auf dem Album.

00:28:37: Da möchte ich gerne die Dedo Dykes dabei haben und hast du Bock was zu schreiben?

00:28:41: beziehungsweise hat mir dann etwas geschickt Ideen was deines Gezaubert für den Chor und dann ging es schon in eine Aufnahme rein.

00:28:51: Und jetzt ist der Song draußen, und ... Ja,

00:28:53: sehr cool!

00:28:53: Die verlinken wir euch auf jeden Fall in Show-Notes.

00:28:55: Macht total Spaß, sie noch zu sehen.

00:28:56: Das ist ein wichtiges Thema auch.

00:28:58: Das werden wir hier aber nicht streifen, sonst wird das noch längere Podcastfolge als gedacht.

00:29:04: Lasst uns mal Richtung Community nochmal schauen.

00:29:07: Ich habe gelesen in der Vorbereitung auch dass also Auch schon in den letzten Jahren gab es Codes, mit denen die Community sich quasi verständigen konnte.

00:29:18: Also die queere Community in dem Fall.

00:29:20: Zum Beispiel du hast von uns den Club genannt, Damenclub.

00:29:25: Habe ich quasi gelesen.

00:29:25: das ist eigentlich eine Bezeichnung.

00:29:27: damals war sie als Dame zu bezeichnen wenn es um Queere und lesbische Frauen ging.

00:29:33: Das sind so Coats aus dieser Zeit.

00:29:34: Damit hätte ich jetzt auch nicht gerechnet, aber es macht total Sinn für mich in der Retrospektive, dass die die ganze Zeit braucht.

00:29:40: Wie sieht das denn heute mit solchen Community-Coats?

00:29:44: Wir sind jetzt eine andere Zeit und haben glaube ich andere Probleme, die wir quasi versuchen ... Auszumerzen irgendwie.

00:29:53: Mordwitz.

00:29:53: Ja!

00:29:53: Entschuldigung, passt halt immer.

00:29:57: Und gibt es neue ... Dinge auf die sich ihre Community auch verständigt hat um andere Symbole, andere Zeichen quasi um auf die Probleme von heute aufmerksam zu machen.

00:30:09: Habt ihr da irgendwie was vielleicht sogar in dem Musical mit eingearbeitet?

00:30:16: Question!

00:30:18: Erstmal würde ich sagen, dass wir wenn wir zurückgehen in die zwanziger Jahre und generell in dieser Zeit viel mit Coats gearbeitet wurde.

00:30:26: Weil man natürlich Angst hatte vor Verfolgung Repressionen da war Dame ein so einen Begriff aber auch Freundin.

00:30:35: Zum Beispiel ist eine der größten lesbischen Zeitschriften der Zeit die Freundin.

00:30:39: Das ist auch ein Code dahingehend und es wurden auch Begriffe verwendet, die wir heute zum Beispiel bei Transmenschen nicht mehr verwenden würden die aber eben aus dieser zeitlichen Perspektive damals auch schon revolutionär waren, weil sie Sichtbarkeiten geschaffen haben und auch Möglichkeiten geschaffen habe auf diese Diskriminierung aufmerksam zu machen.

00:31:00: Vor allen Dingen auch im Kontext von Magnus Hirschfeldt der viel auch im Bereich so von Transrechten sich engagiert hat und auch Lotta Hamm.

00:31:11: Ich glaube, der Shift ist schon so ein wenig das man irgendwie dazu übergegangen ist durch auch gesellschaftliche Entwicklungen.

00:31:19: Auch Begriffe sich anzueignen die oft als Beleidigung oder Schimpfworter verwendet wurden wie auch der Begriff Dyke.

00:31:27: es ist per se ein abwertender Begriff gewesen.

00:31:31: und durch die Stonewall Rides, weil wir jetzt im Pride-Monat sind sieht man ja auch diese Widerständigkeit.

00:31:38: okay.

00:31:38: also wir begehren auf.

00:31:40: Wir gehen auf die Straße, wir sind sichtbar!

00:31:42: Und das hat in Verbindung mit Begriffen die eigentlich von der Mehrheitsgesellschaft immer auch abwertend verwendet wurden.

00:31:50: Ich glaube dass kann man fast über alle Queerenbegriffe sagen.

00:31:53: queerselber war auch abwärtend.

00:31:55: Ja genau und dahingehend ist es so eine Form der widerständigen Aneignungen und Selbstwirksamkeit, die dann halt ganz viel Empowerment und Community schafft.

00:32:07: Das ist für mehr als Gesellschaft oft dann schwierig zu verstehen.

00:32:10: So empfinde ich es so.

00:32:11: das gibt sehr viel Abwehr auch gegen bestimmte... Aspekte auch von queerer Sichtbarkeit in der Gesellschaft.

00:32:19: Aber wenn man sich anschaut, wie viele jungen Menschen sich mittlerweile im Spektrum von Queer definieren, weil wir einfach eine viel größere sexuelle und geschlechtliche Vielfalt auch zulassen und an der Gesellschaft sich entwickelt hat...

00:32:32: Und auch benennen können?

00:32:33: Genau!

00:32:34: Und da penn ich jetzt mal von diesen ganzen Rollbacks, Backlash Sachen die passieren.

00:32:40: Die total natürlich super wichtig sind glaube ich ist sowohl für viele Generationen aber vor allem für die jüngere Generation dann viel fluideres Verständnis einfach da was Geschlecht und Sexualität angeht.

00:32:55: Ich glaube wir haben in dem Musical die Herausforderungen Da wir in eine Zeit gehen, wo diese Begriffe noch nicht da waren.

00:33:03: Trotzdem über die Performance und das Kostüm und die ganzen Aspekte, die noch künstlerischen Rolle spielen um auch einer Person zu porträtieren können wir mit Elementen spielen, also bestimmte Codes.

00:33:19: Wir haben zum Beispiel auch bei unserer Crowdfunding-Kampagne einen Dankeschön, einen Karabinerhaken das Symbol schlechthin für lesbische Codes einfach sich zu erkennen oder eines der vielen und deswegen spielen wir schon natürlich... Gut dass

00:33:33: du das gesagt hast, was nehme ich mir jetzt mal mit?

00:33:36: Ja aber wir spielen natürlich auch damit weil wir natürlich auch dieses Musical machen auch für die queere Community und junge Leute ähnlich wie auch ich und vielleicht auch du, Terry.

00:33:48: Diese Geschichte im Unterricht zum Beispiel in der Schule nie erfahren haben so und dahin gehen sich viel was Social Media natürlich mittlerweile auch informieren weil es auch viele coole Möglichkeiten gibt dort etwas über queere Geschichte zu erfahren.

00:34:01: aber eine Musical schaffen wir das glaube ich auch nochmal auf einer bestimmten Ebene mit einem Genre da eben ja diese diese Brücke zu schlagen oder wir bemühen uns jedenfalls darum, weil wir natürlich auch mit bestimmten Begriffen aus der damaligen Zeit wenig anfangen können.

00:34:18: Also zum Beispiel haben sich was sich in der lesbischen Community vor allen Dingen in den Achtzigern so herausgescheht hat butch und fam also eine Definition die war damals wurde benannt mit böse Bubis das waren dann eher so diesen bisschen sich mehr als mask repräsentiert haben oder so männlich gelesene, maskuline gelesende Lesben.

00:34:44: Und ich liebe diesen Begriff Böse-Bubi weil er einfach auch... Also er klingt natürlich ein bisschen niedlich aber da steckt halt ganz viel drin und das ist natürlich viel nicht bekannt.

00:34:54: es ist quasi mit diesen Begriffen dass es da eine historische Kontinuität gibt Aber die Begriffe sich natürlich verändern Englischen Begriffen mittlerweile arbeiten.

00:35:08: Ich glaube, einen Punkt den ich... Weil du hattest gefragt wie ist es denn heute mit der Symbolik?

00:35:14: Mit Kennzeichen, Codes und so weiter gibt's auf jeden Fall in jeder Community.

00:35:19: auch eine Dyke-Community gibt es da auf jeden fall.

00:35:22: Karabiner war ja schon ein der auch einen spannenden Ursprung hat weil das war glaub ich in der Nachkriegszeit wo die Frauen dann sozusagen handwerkliche Jobs übernommen haben.

00:35:35: Falls ich mich jetzt richtig erinner, du kannst mich ja korrigieren, haben sie halt diese... Naja, diese Karabiner getragen und halt einen relativ weiblich untypischen Job übernommen.

00:35:47: Und da kam halt auch dieses Female Empowerment von wir müssten nicht nur zu Hause sein und irgendwie die Küche putzen, sondern wir können auch das ... So ist es dann so ein bisschen, glaub ich, so eine Dyke-Symbolik übergegangen.

00:36:01: Weil, na ja, Dyke halt einfach auch Gendernorm aufbricht.

00:36:06: Aber wie dem auch sei, ich glaube was ganz Wichtiges zu beleuchten ist dass wir jetzt hier in Berlin und in Deutschland in einer Gesellschaft leben in der man oder wir als queere Personen zum Glück nicht befürchten müssen verfolgt zu werden aufgrund unserer Credidadität.

00:36:25: Du kannst mich da auch gerne korrigieren aber ich denke halt eher an einfach so zu sagen Inzwischen müssen wir nicht mehr Codes benutzen, um uns zu verständigen.

00:36:36: Ist eigentlich ein sehr weißer europäischer POV und ich glaube das ist in vielen Teilen der Welt und in vielen Gesellschaften absolut noch aktuelles und auch extrem repressiv.

00:36:57: Ja, ich glaube das ist sich dem bewusst zu sein.

00:37:00: Man kann nicht für die ganze Welt sprechen wenn man sagt es hat sich verändert zum besseren weil das hat sich in vielen Teilen gar nicht.

00:37:10: Okay Ich finde es auf jeden Fall sehr anspruchsvoll diese Zeit damals und die Zeit heute für die Zeit Heute ich sag mal konsumierbar zu machen verstehbar zu Machen um dann die eigentliche Geschichte zu übertragen und damit den Kampf für Gleichberechtigung, für queere Perspektiven und alles sozusagen zu zeigen welche Ursprünge der schon hat.

00:37:34: Weil das finde ich schon stärkt auf jeden Fall.

00:37:36: Wenn man das Gefühl hat, dass ist was in den letzten dreißig Jahren so passiert ist dann wird es dem nicht gerecht weil alles was davor passiert ist vielleicht viel kleiner wirkt, weil unsichtbar, habt ihr ja schon fast gesagt also unsichtba durch die Bücherverbrennungen zum Beispiel und sichtbar gemacht worden, dann fühlte sich so an als würde man da neu angefangen haben irgendwann später.

00:37:56: Und es stimmt halt eigentlich nicht.

00:37:58: Also das kann die Geschichte aus meiner Sicht transportieren und ich bin auf jeden Fall sehr gespannt wie ihr das im Detail löst.

00:38:04: dass ist quasi schon die Sprache von heute und die Sprach damals irgendwie so... Das stelle ich mir echt spannend vor.

00:38:12: im Ergebnis aber wirklich auch aufregend in der Bearbeitung jetzt erstmal künstlerisch da was hinzubekommen was das trägt.

00:38:21: an die Welt denke, jetzt kommen viele natürlich nach Berlin und können sich das musically angucken.

00:38:24: Ihr macht es mit Untertiteln habe ich gelesen?

00:38:26: Ja, mit englischem Untertitel.

00:38:27: Mit englischen Untertitelen aber irgendwie bietet sich's ja auch an das überhaupt zu exportieren.

00:38:31: also zumindest mal als... Das ist der Plan!

00:38:33: Okay gut,

00:38:33: okay dann.

00:38:34: Weil unsere beiden Writers Melissa und Fanny sind Englischsprachig, sie haben auch das Script sozusagen, das Stück auf Englische geschrieben und dann wurde es von Olivia.

00:38:46: was soll ich nachnehmen

00:38:47: Grad nicht.

00:38:49: Dann wurde es

00:38:50: von unserer Übersetzung übersetzt ins Deutsche, da muss man natürlich auch sensibel mit umgehen dass man sagt zu moderne Begriffe das macht irgendwie keinen Sinn und Das ist auch eine Schwierigkeit.

00:39:04: Aber genau, also auf Englisch gibt es das Stück schon und ein paar Songs gibt's tatsächlich auch schon in Englischen.

00:39:10: Ein paar müsste ich dann noch mal übersetzen.

00:39:13: aber der Plan ist auf jeden Fall das in die Welt raus zu bringen und nicht nur hier in der deutschen Hauptstadt zu belasten.

00:39:20: Sehr cool!

00:39:21: Dann lasst uns doch jetzt mal über das Crowdfunding reden.

00:39:27: Start Next und The Crowd.

00:39:29: Wir verstehen uns ja auch als Community, die gemeinsam Dinge finanziert, die Schwierigkeiten haben über normalisierte Methoden sich zu finanzieren auf der einen Seite und auf der anderen Seite, die das gar nicht wollen weil es quasi inhaltlich gar nicht zum Projekt passt.

00:39:47: Jetzt habe ich bei euch das Gefühl dass passt eigentlich inhaltliche auch gar nicht so richtig zum Projekt sich anders zu finanzieren außer absolut frei mit der Community.

00:39:55: Also Kulturförderung sollte es normalerweise geben und genau auch dafür.

00:40:01: Die Schwierigkeiten sind uns bekannt, wird ja gestrichen was sowieso schon gar nicht so richtig da war.

00:40:05: vielleicht aber Crowdfunding ist ja jetzt auch eine Chance.

00:40:09: wie schaut ihr auf das crowdfunding drauf?

00:40:11: habt ihr mit dem Anlegen des Projektes?

00:40:13: du hast es angelegt?

00:40:14: Das heißt du hast ja irgendwas in der Vorstellung davon gehabt.

00:40:17: erzähl mal ein bisschen was über deine Crowdfunding Journey bis hierher.

00:40:20: Das Projekt läuft ja gerade und in dem Moment, wo wir den Podcast ausstrahlen, läuft das noch.

00:40:25: Das heißt ihr könnt das Projekt direkt unterstützen einfach nach dem Podcast rausgehen auf die Seite und das Projekt unterstützen.

00:40:31: Das ist euer Auftrag.

00:40:33: aber wie bist du zum Crowdfunding gekommen?

00:40:35: Nein es hat auf jeden Fall auch so ein Community basierten Aspekt weil viele... Annahme sind, dass viele Sachen einfach von mehr als Gesellschaft irgendwie schwer finanziell getragen wird oder es auch eben nicht so viel Verständnis dafür gibt diese Geschichten zu erzählen.

00:40:57: und aus der Geschichte heraus viele Sachen einfach von der Community getragen wurden.

00:41:02: Und das macht uns natürlich auch unabhängiger, von Einflussnahme im Bezug auf wie wir da Stück machen wollen also was natürlich auch eine Form von Freiheit bedeutet.

00:41:15: einfach Wir sehen dahingehend Startnext und die Möglichkeit die wir darüber haben als super Chance einfach diese Community mit diesem Projekt zu erreichen.

00:41:27: Wir haben da aber auch gemeinsam daran gearbeitet, also die ganzen Möglichkeiten eben auch nochmal.

00:41:33: Worum geht es in dem Stück?

00:41:35: Was wollt ihr damit erreichen?

00:41:37: für wen ist das Stück gedacht.

00:41:39: all diese Punkte haben wir auch gemeinsam als Team formuliert Da wir natürlich alle verschiedene Aspekte in den Musical so drin sehen, die wir selber als enorm wichtig empfinden und finde ich ein ganz schönes Paket geschnürt.

00:41:57: haben dahingehend einfach auch überlegt, womit können wir die Community irgendwie erreichen und eben auch so eine Form von Selbstwirksamkeit schaffen.

00:42:07: Und das probieren wir halt gerade und wir sind glaube ich schon auch ambitioniert.

00:42:12: Wir brauchen nicht wenig Geld und das müssen wir glaube ich auch noch mal ein wenig besser erklären.

00:42:18: Das hängt aber im großen Teil damit zusammen dass wir wie ich vorhin schon meinte nicht nur zwei Personen haben, die dort porträtiert werden sondern Ensemble von sieben Künstlerinnen, queeren Flinter-KünstlerInnen die wir natürlich auch so gut wie können bezahlen wollen.

00:42:35: Wir planen nicht nur eine Vorstellung, wir planen gleich vier Vorstellungen und wir wollen darüber hinaus aber auch quasi der Community etwas zurückgeben indem wir die Ticketpreise nicht so hoch gestalten.

00:42:47: also das ist so das Spannungsverhält in dem wir uns bewegen weil wir wissen die Zeiten sind auch schwer viele sind auch in Bereichen tätig, die gerade weggekürzt werden oder von Kürzelung betroffen sind.

00:43:00: Von daher ist uns diese gesellschaftliche Dimension total bewusst.

00:43:04: aber ich glaube dieses Crowdfunding eben halt irgendwie auch kleine Beiträge können viel bewirken.

00:43:10: das finde ich so dieses schöne Element darin weil sonst und man macht es damit eben Also man macht daraus ein Musical von vielen für viele.

00:43:23: Und das finde ich irgendwie den schönen Gedanken daran, über einen Crowdfunding zu gestalten.

00:43:30: In meiner Perspektive ist es ja auch so dass wenn dieses Projekt jetzt gestaltet wird dann ist dort eine Community zusammengekommen und diese Community im nächsten Schritt für eine Erweiterung des Projektes ins Ausland oder was auch immer wieder zu aktivieren, zu reaktivieren.

00:43:47: Das macht ja auch Sinn das ist nachhaltig irgendwie.

00:43:49: Das heißt ein Ort zu schaffen an dem für bestimmte Themen diese Community immer wieder zusammen kommt und gemeinsam gar nicht unbedingt allein die Finanzierung stemmt aber allein die Reichweite stemm.

00:43:58: Deshalb ich frage mich auch gerade wie ist denn heute die Queerle Community vernetzt?

00:44:04: Gibt es ein gutes stabiles Netzwerk?

00:44:07: kann man wirklich schnell viele kleine Communities in verschiedenen Städten und Regionen erreichen.

00:44:12: Oder ist das, wie isst denn das heute?

00:44:14: Weil so eine Crowdfunding-Kampagne auch wenn es in Berlin jetzt stattfindet.

00:44:17: Ich glaube die Geschichte, die erzählt wird hat viel mehr als nur mit dem Ort zu tun sondern tatsächlich mit Zeiten, die uns den Spiegel vorhalten auf gut Deutsch.

00:44:28: Die da passieren.

00:44:29: Das ist ein Spiegel einfach noch von dem wo wir uns gerade bewegen was da so sein kann.

00:44:33: Also das heißt, es ist was man in aller Form exportieren kann als Geschichte sowieso.

00:44:37: Das heißt, dass können ja auch Menschen unterstützen die gar nicht im Berlin zum Stück kommen können.

00:44:41: aber wie erreicht man heute die queere Community im ganzen Land oder im deutschsprachigen Raum?

00:44:46: Wie sieht das aus?

00:44:48: Wie muss ich mir das vorstellen?

00:44:49: also mein Wunsch wäre sehr einfach.

00:44:52: Ja genau sich glaube Eine große Chance, die wir haben ist dass der Core Dedo Dykes auch ein Kollaborationspartner ist vom Musical und auch vorkommt im Stück performen wird.

00:45:08: Und die Dedo-Dykes haben sich sehr schnell als ein sehr großes Netzwerk herausgestellt was viele Leute anzieht, viele Leute erreicht und großartige Arbeit macht.

00:45:20: auf Social Media Politische Message ist auch vertritt und die Kontext, also das ist ja ein Chor.

00:45:30: Und der größte Flinterchor der Welt wahrscheinlich.

00:45:35: Und da gibt's einfach ... Ich

00:45:36: muss mir das mal feiern hier zwischendurch, oder?

00:45:38: Das ist keine kleine Sache.

00:45:40: Die schaut auch an die Dedo Dykes und ... Ja, Dedo-Dykes,

00:45:42: ja, ja.

00:45:42: Sehr

00:45:43: cool!

00:45:44: Und das was die Deto Dykes unter Social Media Team aufgebaut haben, ist einfach... Und dass es durch die Zeiten von Social Media ein großer Segen zu sagen hey wir haben so viele Leute, die uns reinfolgen, die Interesse haben diese Projekte mitzuverfolgen da sein können vielleicht vor Ort, aber das ist ein großer Segen.

00:46:06: Wir sind vernetzt auch mit Queer Influencerinnen und großen Persönlichkeiten die auch mehr Outreach haben und versuchen da auch so ein bisschen aufmerksam zu machen auf das Projekt und sagen hey ihr habt eine tolle Community die euch teilt für die wäre das Projekt so interessant.

00:46:23: also ich glaube am meisten Und ich glaube, das ist so was ich spüre für das Musical.

00:46:29: Wir sind halt ja Non-Profit sozusagen.

00:46:33: Wir versuchen halt um die Runden zu kommen natürlich mit den ganzen Umkosten, die entstehen aber wir empfinden es einfach als so eine große und wichtige Chance dass an die Leute weiterzutragen, an die Community.

00:46:46: und deswegen bin ich immer so hey Du bist, also jetzt zum Beispiel gestern hatten wir auch ein Dreh mit einer Influencerin und gesagt hey du hast eine tolle Community.

00:46:56: Und die würde bestimmtes Musik ermögen und andererseits könnten unsere Leute, die jetzt sozusagen schon Interesse am Music haben, dich kennenlernen?

00:47:04: Das ist so ein Geben und Nehmen und das ist ne tolle Chance!

00:47:07: Ich war jetzt im Mai... bei einem Festival auf Lesbos, der Geburtsstätte von Sappho.

00:47:14: Auch eine der Kern, sag ich jetzt mal, Orchenten für lesbische Kultur und da hab' ich natürlich auch einen Stapfelflyer mitgenommen und dachte die Gelegenheit muss sich nutzen und habe Werbung gemacht was das Zeug hält weil da einfach auch sich rausgestellt hat.

00:47:30: ein riesengroßes Interesse ist zu sagen hey!

00:47:33: dass es das erste wirkliche Dyke-Musical, was es gibt.

00:47:36: Und wir erzählen Geschichten die uns alle tangiert und auf eine sehr schöne Weise.

00:47:42: Das sind natürlich bei dem Festival auch international ganz viele Leute, die angereist sind und das hoffentlich dann weitergetragen haben in die Welt.

00:47:51: Ich glaube Queer Community ist einfach ein schöner vernetzter generellen vernetzerrahmlich... einfach sehr viele tolle Leute, die dann wieder Leute kennen und die da Leute kennen.

00:48:02: Und das ist auch diese Chance zum Beispiel bei den Dedo-Dykes.

00:48:05: Ich habe das Gefühl, dass so viele Leute mit verschiedenen Expertisen aus verschiedenen Jagons die Leute wieder kennen.

00:48:10: Das ist eine exponentielle, das weiter zu sagen und irgendwie immer wieder hey ich kenne eine Person, die könnte das bei euch machen!

00:48:18: Ich hab jemand der will helfen und so... das ist einfach toll also großartig.

00:48:21: Ich glaube wenn das Musical einmal raus ist und zeigt was es kann dann ist dem der Erfolg schon irgendwie ein bisschen gewiss.

00:48:28: Also, da hab ich ein gutes Gefühl einfach bei dem wieder rangeht was vorbereitet ist und so weiter.

00:48:32: aber beim Crowdfunding geht es natürlich um die Phase davor.

00:48:35: Die Schwierigkeit ist man kann jetzt noch nicht diese coolen Social Media Ausschnitte.

00:48:39: wahrscheinlich könnt ihr schon paar rausholen irgendwie Aber man kann doch nichts zeigen wie das Ding performt So Und wir brauchen jetzt ein Netzwerk Menschen Die Bock haben im Vorfeld sozusagen, diese Vorschussvertrauen zu geben.

00:48:53: Das Geld da reinzugeben damit das Gut stattfinden kann.

00:48:56: Damit es nicht unterfinanziert ist.

00:48:57: Damit ihr quasi nicht bei jeder Aktion den Euro dreimal umdrehen müsst und so.

00:49:02: Euer Projekt braucht jetzt dreißigtausend Euro.

00:49:04: Ihr seid irgendwas knapp über fünf tausend euro.

00:49:06: D.h.,

00:49:06: da ist einfach nur ordentlich Platz, um da Geld reinzupacken.

00:49:11: Und ich hab gesehen, ihr macht das im SO-Sächsen-Dreißig.

00:49:14: Wie viele Leute passen da rein?

00:49:16: Also knapp zweihundertsiebzig Leute, weil wir es natürlich bestult machen.

00:49:23: Es ist ja auch oft eine Party- und Konzertlokation aber das wollen wir unserem Publikum nicht antun, dass sie da irgendwie stehen.

00:49:30: Wie lang geht das Stück?

00:49:31: Zwei Stunden, zweieinhalb?

00:49:33: Oder wir sind inzwischen bei zwei bis zweieinhalben?

00:49:36: Ja genau!

00:49:36: Es wird auch eine Pause geben.

00:49:38: Aber dadurch die Location bestult wird... Haben wir jetzt nicht, also haben wir eine begrenzte Platzanzahl.

00:49:46: Aber ja so um den Dreh genau Menschen passen dort rein.

00:49:49: Aber das heißt es gibt ja eigentlich nur erstmal tausend Tickets?

00:49:53: Pi mal Daumen

00:49:54: wenn ich... Ungefähr, ja.

00:49:55: Das heißt kann man die Tickets in der Kampagne auch kaufen oder dann irgendwo anders.

00:50:00: wie macht ihr das?

00:50:01: Also der Ticket verkauft wird netterweise über das S-O-Sächsen-Dreißig realisiert und da sind wir gerade in der Planung weil wir natürlich wie ich eben meinte verschiedene Ticket-Kategorien auch haben und wir wollen jetzt ... Solitickets

00:50:16: oder sowas.

00:50:17: Genau, also regulärer Preis aber eben auch Menschen mit weniger Einkommen eben auch so ja zu einem Communitypreis.

00:50:27: einfach auch nochmal oder so wenn es glaube ich eher als Early Bird deklarieren und da sind wir jetzt gerade in den Absprachen wieviel jeweils Tickets wir die Kontingente geben können von der Gesamtanzahl.

00:50:41: Das wird bald passieren.

00:50:43: Und dann aber auch über unsere Social Media und auch über das S-Aus-Dreißig dann nochmal beworben, sobald der Ticketverkauf startet.

00:50:53: Wir haben schon sehr vielen Nachfragen auch nicht nur aus Berlin oder Deutschland wo die Leute Ganz doll darum bitten, dass sie bald die Tickets kaufen können.

00:51:03: Und es ist schon klar, dass sich die Leute natürlich sehr darauf freuen und genau Teil von diesem Musical-Erlebnis sein möchten.

00:51:14: Also ich gehe davon aus, dass das ja schnell ausverkauft sein wird?

00:51:17: Ja, hoffen wir

00:51:18: aus.

00:51:19: Weil tausend Tickets ist ja jetzt wirklich nicht viel und ich glaube da ist dann die Community doch sehr viel größer und das wird also nur eine Frage der Zeit sein und irgendein Surfer raucht ab weil er es nicht handeln kann.

00:51:34: Was macht ihr denn wenn alle ausverkauft sind?

00:51:36: Wie geht Ihnen das weiter im besten Falle mit diesem Musical?

00:51:41: Wie Terry eben schon meinte, es gibt halt wie gesagt schon das englische Drehbuch.

00:51:46: Und unser Wunsch ist natürlich schon... Also wir warten jetzt erstmal auf die Resonanz und hoffen uns dadurch auch nochmal mehr Öffentlichkeit einfach!

00:51:56: Und auch Menschen mit Kontakten zu treten.

00:52:00: Wir würden es gerne noch in Deutschland öfters spielen.

00:52:04: Es gibt ja auch... Hamburg und andere Orte, wo auch so eine Musical-Tradition irgendwie groß ist.

00:52:10: Und ich wurde darauf auch schon angesprochen um dann eben halt eben als auch international aufzuführen.

00:52:17: von daher sind das schon die Dimensionen in denen wir weiter denken wollen weil ich glaube wie du eben auch meint es ist eine allgemeingültige Geschichte die erzählt werden kann jetzt nicht nur für einen bestimmten Zeitphase in Berlin gilt, sondern die mit dem ganzen gesellschaftlichen Aspekten, die in Europa und auch weltweit passieren.

00:52:40: Mit autoritären Strukturen, die wieder irgendwie an Stärke gewinnen und vor allen Dingen Rechte von Minderheiten wieder abschaffen wollen hat es eine große Allgemeingültigkeit, ob man jetzt direkt mit den Personen eine emotionale Beziehung aufbaut oder nicht.

00:53:00: Weil man halt nicht aus der Stadt kommt glaube ich spielt da ne untergeordnete Rolle weil das eine große universelle Kraft hat.

00:53:09: Wir waren ja noch gar nicht so richtig in der Geschichte drin.

00:53:12: vielleicht kannst du uns ein bisschen was über die Geschichte dieser beiden Personen erzählen wie zusammengekommen sind und was deren eigentlich Reise ist.

00:53:22: Also ich will natürlich nicht zu viel spoilern und vorweg nehmen, aber es gibt auch viele Mythen wie die beiden sich überhaupt kennengelernt haben.

00:53:30: Also Lotte Ham und Kate Fleischmann also Lotte Haar war ja schon einer der exponierteren Persönlichkeiten der damaligen so lesbischen Sub-und Barkultur und auch Aktivistin hat sich auch sehr stark politisch engagiert.

00:53:48: Es wird irgendwie vermutet, dass sie sich im Rahmen von so einem Event in einem Darmclub kennengelernt haben.

00:53:56: Und die Geschichte von den beiden beginnt dort und sind dann nicht nur ein Liebespaar sondern auch Geschäftspartnerinnen und bilden da eine sehr starke Symbiose und gehen natürlich durch diese sehr lebendige Zeit gemeinsam aber auch Zeit, wo dann eben die Nazis die Macht ergreifen in Berlin auch.

00:54:19: Und vor allen Dingen Kette Fleischmann als Jüdin gerät ins Visier der Nazis und erfährt viel größere noch Repressionen und Verfolgung.

00:54:28: aber generell wird queeres Leben dort durch die Nazis sehr stark natürlich bedroht und alle lesbischen Bars und Lokale und Queeren Orte werden vorhin jetzt auf gleich geschlossen, alle Zeitschriften werden verboten.

00:54:43: Der Bund für Menschenrechte, die größte erste homosexuelle Vereinigung muss sich auflösen.

00:54:49: also da passiert ganz viel und das betrifft natürlich auch diese beiden Menschen sehr stark.

00:54:54: Und auch die Menschen, die anderen Figuren in den Musicalen und dieses wie das PÖAPÖ immer weiter dem bergab sag ich's mal, den Berg runterrollt.

00:55:05: dieser Zustand in Deutschland und einfach auch für unsere Charaktere das portraitieren wir.

00:55:10: Und auch die Side-Characters, also die von dem Ensemble gespielten Personen wie die alle unterschiedlich darunter leiden und auch unterschiedliche Konsequenzen ziehen.

00:55:21: manche flüchten manche noch nicht und da unterschiedliche ja aber alles natürlich basierend auf einer wahren Begebenheit also

00:55:29: unterschiedliche

00:55:29: Dinge durchmachen.

00:55:32: Also die Fluchterfahrung oder auch einfach, dass sich verstecken spielt für viele eine Rolle.

00:55:37: Einfach den unserem Stück vorkommen und wir schaffen es aber auch quasi die Brücke in die Nachkriegszeit zu schlagen weil eben alle der Menschen, die wird dort produzieren glücklicherweise auch überleben das ist nicht selbstverständlich für die Zeit und gehen dann einfach in diese sehr schwere Nachkriegszeit.

00:56:00: Was hat das bedeutet für queere Menschen auch?

00:56:02: Also kann hier eine Demokratie aufgebaut werden nach dem Zweiten Weltkrieg, was bedeutet es für Queere Menschen mit Behörden in Kontakt zu kommen?

00:56:12: oder wie sind die Möglichkeiten, Queerenfrastruktur wiederaufzubauen nach den Erfahrungen, die gemacht wurden?

00:56:20: und deswegen hat das Stück eine glaube ich eine sehr spannende Perspektive weil wir eben nicht negativen Aspekt enden, sondern eben auch noch eine Perspektive geben in die Zeit danach.

00:56:33: Quasi bis vor die kurz also in den siebziger Jahren wo dann die zweite große Lesbischwule Emanzipationsbewegung in Deutschland wieder sich formiert und nach Stonewall eben inspiriert eben auch mit großen Demos Christopher Street Days endlich auf die Straße geht für mehr Sichtbarkeit.

00:56:54: Also wir enden kurz vor dieser Zeit und das finde ich eine sehr spannende Komponente an dem Stück, einfach diese Jahrzehnte auch

00:57:02: abzubilden.

00:57:04: Und ich hoffe einfach auch sehr dass die Menschen nie dieses Stück sehen sehr inspiriert daraus gehen weil ich glaube in diesen aktuellen Zeiten da sehr viel ja dass man da sehr viele Frust spürt und sehr viel Hoffnungslosigkeit so Und dass wir so ein bisschen sagen wollen, hey ... damals haben sie das geschafft und die haben sich dadurch gekämpft.

00:57:27: Die haben es wieder aufgebaut mit so viel Kraft.

00:57:31: Ich glaube, dass das so ein bissel die Message ist, die ich gerne möchte, dass die Leute mit rausnehmen.

00:57:37: Dass du dieses bleib dran halt zusammen.

00:57:40: Es ist jetzt so wichtig wie lange nicht mehr, Initiativen zu bilden und zusammenzukommen, aktiv zu sein und Widerstand zu leisten auch.

00:57:52: Das hat großen Respekt bei mir, löst das aus.

00:57:55: Diese wirklich komplexe Geschichte die dort sich abspielt in diesen fünfzig Jahren so gefühlt ja.

00:58:04: Was der gesellschaftlich passiert ist mit Menschen, die sowieso im Kampf quasi mit der Gesellschaft sind auch und ihren Themen.

00:58:12: Und das abzubilden... Ich bin sehr gespannt, wie er das macht.

00:58:16: Und inwiefern ... Tausend Tickets!

00:58:20: Ich muss noch mal drauf zurück.

00:58:21: Das ist wirklich das Ärgernis vielleicht gerade, dass es so wenig sind.

00:58:25: Also weil ich wünsche mir natürlich auch, dass allies wie ich quasi, dass wir alle da irgendwie rankommen sehen können, verstehen können lernen können.

00:58:33: Der Lernenfaktor bei mir ist ja nochmal ein ganzes Stück höher vielleicht als in der Community die vieles widersieht und nachvollziehen kann.

00:58:41: Für mich sind da viele neue Sachen drin oder für Menschen wie mich.

00:58:44: Und da ist natürlich tausend Plätze sehr, sehr wenig.

00:58:46: deshalb müsste man eigentlich jetzt quasi im Nachgang an der nächsten größeren Kampagne schrauben, wie man das in eine Form bekommt.

00:58:53: Das muss ja gar nicht alles auch live sein oder so.

00:58:57: es kann ja auch andere Formate bekommen die die Geschichte erzählen.

00:59:01: und

00:59:03: Also wenn ihr Kontakte

00:59:03: zum

00:59:04: Film

00:59:04: und

00:59:04: Fernsehen habt, die können sich auch gerne bei uns melden.

00:59:06: Ja also

00:59:07: Kontakte

00:59:08: zu Filmen und Fernsehen.

00:59:09: Also jeder darf uns ja zugucken hier und zuhören!

00:59:12: Und ich finde diese Bandbreite der Geschichte ist... Und ja, Fernsehen wie Arte sollten da einen Blick drauf werfen.

00:59:21: Das wäre keine falsche Investition.

00:59:25: und ja ich meine ihr macht aber den quasi kleinen Schritt sichtbar zu sein bevor andere sozusagen euch sehen konnten.

00:59:31: und das ist der Mut mit dem ihr hier quasi seid.

00:59:34: und da muss ich euch auch zugestehen dass es ganz Toll, jetzt schon so weit zu sein mit den Themen.

00:59:42: Und so stabil auch in der ... Wie das dann rauskommt am Ende?

00:59:47: Also was ich zöre, ihr seid eigentlich ready to rumble oder?

00:59:51: Sehr

00:59:51: ready!

00:59:53: Kann gar nicht warten...

00:59:54: Wie gesagt also wenn das jetzt nicht ein Teaser war für die Parttickets, die beim SO-Dreisig dann noch verfügbar sind weiß ich auch nicht.

01:00:00: Jetzt ist aber trotzdem nochmal zurück zur Kampagne.

01:00:02: Wir sind ja jetzt im Crowdfunding Diese noch fehlenden, ähm, twenty-fünfzigtausend Euro.

01:00:08: Was könnt ihr damit genau machen?

01:00:09: Also was ... die fünftausende Euro sind schon eingesammelt, also dreißigtausends sind es in Summe.

01:00:13: aber warum sind diese fehlnden, zwanzigtaussend Euro für euch jetzt im Moment gerade wichtig?

01:00:20: Was hilft das genau?

01:00:22: Das hilft uns auf jeden Fall die Künstlerinnen, die diese Personen auf der Bühne präsentieren und die auch ganz viel Herzblut da reinstecken.

01:00:34: So fair wir können eben auch zu bezahlen.

01:00:36: Wir wissen einfach wie schwer es ist, auch im Kunst- und Kulturbereich irgendwie fair entlohnt zu werden.

01:00:42: Und unser Anspruch ist es einfach da so gut es geht dass wir das eben auch tun können.

01:00:51: Es führt aber auch dazu, dass wir mit den Geldern einfach noch all die anderen Kosten die bei so Musical Anfallen, die sehr langweilig klingen aber notwendig sind.

01:01:03: Also irgendwie Versicherungen Gebühren GEMA all diese Sachen

01:01:08: dass wir ja steuern

01:01:10: alles was einfach auch von den Einnahmen weil

01:01:13: man sich gerne wegwünscht

01:01:14: genau Aber das ist Deutschland und es muss alles irgendwie ordentlich passieren All diese Dinge für die ich die langweilligen parts übernehme Ich mich darum zu kümmern Das wäre halt auch da einfach die ganzen kosten decken können.

01:01:28: Also primär geht es uns wirklich darum, Künstler in Honorare fair zu gestalten.

01:01:33: und ja der Rest ist dann eben... Und

01:01:35: Ticketpreise nicht so hoch?

01:01:36: Genau also wie wir eben meinten dadurch dass wir das auch nur eine begrenzte Anzahl an Tickets haben können die Einnahmen die daraus erwirtschaftet werden nicht die Kosten decken.

01:01:49: und ich möchte aber auch nochmal einen sehr großen Dank an das SO-Sechsen-Dreißig richten uns als Teil ihrer Community einfach wirklich in die Arme geschlossen haben und sehr fair entgegengekommen sind.

01:01:59: Aber natürlich ist es ein so wichtiger Ort, der seit über vierzig Jahren ganz viel... Ja auch,

01:02:05: die kämpfen auch jeden Tag.

01:02:06: Genau!

01:02:06: Und die aber einfach irgendwie im Dialog mit uns so fair und cool einfach gesagt haben wir können da an den Kosten noch ein bisschen schrauben.

01:02:17: Also natürlich ist das halt irgendwie so ein DIY Subkultur-Pankort, der eben nicht auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist, sondern eher so.

01:02:27: wie können wir auch ein Musical was sie so habe ich es jedenfalls von den Leuten dort gehört noch nie.

01:02:33: dort hatten.

01:02:35: Wir sind, glaube ich, die Musical-Premiere im Essexen XXX, dass sie überhaupt irgendwie mit uns diesen Weg gehen wollen und uns halt wirklich sehr stark unterstützen damit wir eben auch die Kosten, die dort anfallen, gut bewältigen können.

01:02:52: also es ist eben auch ein Signal für subkulturelle Orte die zu eben auch zu unterstützen von Klubsterben und hohen Kosten auch immer mehr in die Bedrohung geraten.

01:03:10: Ich bin sehr glücklich, dass es das Essow schon so lange gibt und dass die trotz aller Schwierigkeiten immer wieder auch mutige Wege gehen wie eben mit uns einfach.

01:03:19: Du hast gefragt, wofür sind jetzt diese restlichen Vomundzwanzigtausend wichtig?

01:03:24: Und ich glaube, wichtig ist auch einfach warum mich auch mal gerade Non-Profit sage es weil wir ... vier aus dem, sag ich mal, Core Team.

01:03:35: Josepina, ich, Melissa und Fani.

01:03:38: wir in diesen ganzen Finanzplanen die wir jetzt gerade haben den wir anstreben werden alle nicht bezahlt auch für die fürs kreieren dieses Stücks für alles aufbauen Und hoffen tatsächlich einfach wenn wir dieses Funding-Ziel erreichen einfach tatsächlich nicht ins Minus zu gehen und nicht privat in Schulden zu gehen.

01:04:00: so drastisch ist es sage ich jetzt mal

01:04:02: darüber zu reden, also das kommt einem nicht so geflogen.

01:04:05: Ja

01:04:06: genau einfach.

01:04:06: ich glaube dass es so wichtig weil wenn man das vielleicht nicht gewohnt ist in dieser Branche dann ist vielleicht dreißigtausend eine große Summe die man erst mal sieht und denkt man so her wo geht denn das ganze Geld hin und sowas?

01:04:18: für manche ist das wenig Geld aber am Ende sind das wirklich die Basis

01:04:25: dass wir unsere Kosten decken können ohne Personen irgendwie mit eingerechnet sind.

01:04:30: Also den Deal haben wir für uns gemacht, weil wir halt einfach wirklich für das Stück brennen und es einfach machen wollen.

01:04:38: aber natürlich muss man halt auch schauen wie die Kosten die Antwerp entdeckt.

01:04:43: und wie gesagt wir machen vier Vorstellungen nicht einer.

01:04:46: also um halt eben wenigstens tausend Menschen die Möglichkeit zu geben.

01:04:51: von daher Alle, die schon mal irgendwie einen Event organisiert haben.

01:04:56: Die können glaube ich schon auch ein bisschen nachvollziehen welche Kosten dahinter stecken einfach damit alle von der Venue fair bezahlt werden, die dann da Licht machen und Sound.

01:05:07: also das sind ja ganz notwendige grundlegende Dinge damit die Show auch stattfinden kann.

01:05:12: Ja und auch innerhalb unseres Teams haben wir sehr fleißige Bienen, die Graphic Design machen und sich um Social Media kümmern und da großartige Arbeit leisten.

01:05:23: Stage-Design, Costume Design.

01:05:24: All diese Leute sollen nicht auch im Null rausgehen sondern die sollen fair oder so gut wie wir überhaupt können natürlich vergütet werden.

01:05:34: aber am Ende was heißt fair vergütete oder gut vergüteten?

01:05:38: also besser geht immer.

01:05:41: Also dem Crowdfunding sind ja zum Glück nach oben hin keine Limits gesetzt.

01:05:46: Die Frage ist glaube ich Wie wir den Menschen, die jetzt quasi am Handy oder am Bildschirm irgendwo sind und das Projekt sehen sich das so auf sich einwirken lassen wie wir das Aktionspotenzial in wecken.

01:06:02: Jetzt in dem Moment von sich sozusagen etwas abzugeben in dieses Projekt, in diese Community.

01:06:08: In diesen Inhalt um den es geht und so.

01:06:10: Und da ist schon total wichtig glaube ich über Geld zu reden auch.

01:06:16: Ich weiß das aus allen anderen Projekten.

01:06:18: auch Künstlerinnen sind immer zuerst die für die Sache so dermaßen brennen dass das quasi mit den Kosten oft prekär ist oder man dann dahinter herläuft oder sie nie wieder rein bekommt.

01:06:33: Das können wir jetzt als Gesellschaft eigentlich so ja auch nicht akzeptieren.

01:06:37: Dass andere in festen Jobs sind, die dort nicht so entflammt sind vielleicht dass sie den auch umsonst machen würden und sich deshalb nicht vorstellen können das es nicht bedeutet das Künstlerinnen nur weil sie entflammt sind für etwas das auf einmal umsonsten machen sollten.

01:06:53: also das Ding ist mit dem Mutig vorangehen glaube ich dass das immer bedeutet Man möchte nicht warten auf, dass alles schon safe ist.

01:07:04: Sondern geht halt voran und ich hoffe auch, dass wir es schaffen mit Crowdfunding, mit Schwarmfinanzierung, mit der Community da dran etwas Stabiles zu schaffen was relativ schnell erkennt Was ist gesellschaftlich wichtig?

01:07:17: Wo kann ich jetzt mal ein bisschen von meiner Kohle oder von meiner Reichweite?

01:07:20: Ich sage das immer weil zwei verschiedene wertvolle Sachen sind.

01:07:22: heutzutage Wie kann ich da reingehen?

01:07:26: Partizipier ich heute davon oder vielleicht erst in einem Jahr, auch das ist keine einfache Sache.

01:07:30: Die Leute werden so instant rewarded aktuell und alles kommt immer sofort.

01:07:35: Und jetzt ist es so dass man muss erstmal ein Ticket bekommen noch aber so eine Produktion von irgendetwas dauert dann einfach auch und bis ich da was bekomme Ich gebe jetzt schon mal... thirty-fünf Euro hin.

01:07:47: Mal sehen, wann was passiert.

01:07:48: Das muss man auch aushalten.

01:07:49: also da appelliere ich natürlich auch an unsere Community probiert das haltet das aus weil viele Dinge die man am Anfang finanziert sind halt einfach noch nicht da.

01:07:57: deshalb werden sie finanzieren damit sie da sein können nicht andersrum.

01:08:01: weil oft ist es so ein bisschen um vielleicht dafür mich auf dem bogen zu spannen.

01:08:05: die dinge die am anfangen schon finanzierte haben investoren das geld gegeben.

01:08:11: die sollen dann so seien wie die Investoren auch sich vorstellen, dass es dann läuft.

01:08:15: So alles was am Anfang nicht finanziert ist kann dahin laufen wo's eigentlich hin soll muss aber finanzieren werden unterwegs und das wollen wir ein bisschen aufbrechen und vor der Situation steht ja quasi auch der Ticketverkauf.

01:08:28: bei dem was ihr jetzt vorbereitet habt wäre nicht möglich mit dem was er vorbereit ohne den was ich jetzt vorbereiten habe.

01:08:33: so und das ist das was wir auch versuchen mit crowdfunding abzubilden.

01:08:39: daher ich hab jetzt noch eine Das ist ein wichtiger Bogen für die Weiterbildung unserer Community.

01:08:46: Warum gebe ich Geld?

01:08:47: Für etwas, von dem ich vielleicht gar nicht direkt partizipiere auch.

01:08:50: Total wichtig!

01:08:51: Da muss man sich so bisschen durchdenken.

01:08:53: wer profitiert davon und investierst trotzdem meine Kohle da rein oder meine Zeit oder so.

01:08:59: Und daher war es jetzt nochmal gut dass du das angesprochen hast weil es wird zu schnell unter einem Tisch.

01:09:06: irgendwie ist da was mit Geld.

01:09:07: aber wir wollen nicht so richtig darüber reden.

01:09:09: besser wir reden darüber und üben auch das sozusagen über Geld zu reden in der Kunst, Kultur, Industrie.

01:09:18: Die da ganz schön knabbert gerade.

01:09:20: Wir haben eine große Frage für den fürs Ende sozusagen.

01:09:24: Das ist unsere Kanzlerinnenfrage.

01:09:27: Jetzt seid ihr zu zweit könnt jetzt ein kanzlerInnen Dream Team sein.

01:09:33: Kanzlerin heißt ja für uns eigentlich man hat die Die Macht aller Mächte in diesem Land, bestenfalls.

01:09:42: Und kann tatsächlich die Geschickgelenken und Durchgreifen und deshalb auch eine utopische Idee vielleicht lancieren und sagen okay das machen wir jetzt so welche ein zwei Ideen wären das für euch die ihr als Kanzlerin du sofort heute sozusagen bekannt geben umsetzen würdet.

01:10:04: was ist das für Euch?

01:10:07: Okay.

01:10:09: Sorry, eine musste jetzt mal ran.

01:10:13: Also ich glaube... Ich habe drei Punkte die mir direkt in den Kopf kommen.

01:10:17: Es ist einmal Quere-Jugendarbeit unterstützen.

01:10:23: Die sind so am Struggle und die Quere Jugend hat es nicht verdient so zu leiden und braucht einfach Unterstützung.

01:10:32: Und dann natürlich queere Kunst und Kultur.

01:10:36: Sehr verständlich!

01:10:38: Und drittens einfach bezahlbaren Wohnraum, weil Wohnen ist ein Grundrecht und es kann nicht sein dass Menschen nicht wohnen können.

01:10:47: Ja

01:10:48: absolut.

01:10:50: Also, ich würde an dem Punkt schauen, dass wir wieder Politiker in Verantwortung bekommen.

01:10:57: Die verstehen das die Gelderdienste zur Verfügung gestellt werden Steuergelder für das Gemeinwohl eingesetzt werden und das bedeutet für mich an vielen Punkten was Terry auch schon meint aber nochmal weitergeführt einfach so in die Zukunft zu investieren.

01:11:13: also Klimagerechtigkeit Bildung soziale Themen an sich und da fällt dann ganz viel auch rein, was wir aktuell unter irgendwie Schutz für queere Menschen aber generell auch Antidiskriminierungsarbeit im Kampf gegen Rassismus.

01:11:30: Im Kampf gegen Antisemitismus und vielen anderen Problemen die wir in dieser Gesellschaft haben dass da die Gelder wieder reingehen und das die Politiker dass auch wieder verstehen und nicht in Aufrüstung und Kriegsmilitärlogik investieren.

01:11:45: Also es ist sehr groß gedacht, weil ich weiß nicht wo diese Menschen sind in der Politik die dieses Mindset wieder haben oder entwickeln könnten.

01:11:56: Weil ich glaube da ist ganz viel in die Schieflage geraten.

01:12:00: Das bedroht halt nicht nur queere Menschen das bedrohte alle Menschen die eben nicht zu den superreichen irgendwie paar hundert Menschen in Deutschland gehören, die irgendwie sehr gut weiterhin durch die Krisen kommen.

01:12:13: Und das wünsche ich mir einfach und aber auch so.

01:12:17: ein anderer Punkt ist irgendwie mit den Communities des Politikerinnen, dem Draht zu den Communites... So auf Augenhöhe gestalten, dass z.B.

01:12:26: so Sachen wie das Selbstbestimmungsgesetz was ja schon ein großer Fortschritt eben auch war aber trotzdem viel Kritik aus den Communities kamen weil dann doch wieder Sachen kassiert wurden die für mehr Selbstbestimmung einfach von Trans- und Intermenschen gesorgt hätten.

01:12:41: Dass da halt wirklich Gesetze entstehen die Lebenserfahrung und die Diskriminierungserfahrungen der Menschen ernst nimmt Und eben alles dafür tut, dass sie in der Gesellschaft möglichst gleiche Teilhabe erfahren.

01:12:58: Ich würd sagen ... Lass mal so stehen und machen wir das so oder?

01:13:04: Ich hab Politikwissenschaften studiert!

01:13:05: Es tut mir leid!

01:13:06: Deswegen

01:13:08: treibt mich aufs Leben.

01:13:09: Wir sollten

01:13:09: uns große Ziele vornehmen damit wir quasi auch überhaupt die Kleinen zwischendrin auch erreichen können.

01:13:16: Sonst kommen die Kleine uns groß vor und das ist glaube ich nicht sinnvoll.

01:13:21: Ich danke euch beiden.

01:13:22: Vielen

01:13:23: Dank, dass wir hier sein durften.

01:13:24: Ja sehr gerne weil da steckt so viel Liebe drin, so viel Communityarbeit und so viel Nachholbedarf.

01:13:33: Und deshalb freue ich mich sehr, dass ihr es ja her geschafft habt in unserer... Ein kleines, feines Podcaststudio

01:13:40: und ... Danke für die Einladung.

01:13:44: Ich wünsche euch jetzt für das Projekt und die Finanzierung erst mal weiter viel Erfolg!

01:13:48: Und dann natürlich ausverkauftes Haus und Luxusprobleme wie wo gehen wir als nächstes hin um diese Menschen zu

01:13:55: erreichen?

01:13:56: Das nehmen wir gerne mit.

01:13:57: Sehr

01:13:57: gerne!

01:13:58: Herzlichen Dank.

01:14:00: Das war Fundingfieber der Podcast von Stut Next.

01:14:03: Herzlichen Dank, dass du bis hierhin zugehört hast!

01:14:06: Wenn du meine Gäste in ebenso spannend findest wie ich dann teile diese Folge unbedingt mit deinen Freundinnen.

01:14:11: Wenn du das Projekt unterstützen möchtest, ist jetzt genau der beste Moment.

01:14:16: Du findest den Link zum Projekt in den Shownotes.

01:14:19: Du möchtetst mit deinem eigenen Projekt wirksam werden?

01:14:21: Dann leg jetzt los, baut dir deine Community auf und finanziere dich unabhängig.

01:14:26: auf startnext.com.

01:14:27: Für unsere treuen Podcast-Hörerinnen gibt es den Rabattcode S unter Strich, Fundingfieber.

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01:14:35: Wir freuen uns total über eure Wünsche, Kritik oder Anregung.

01:14:39: Diese Podcast-Folge wäre nicht möglich gewesen ohne meine GuestIn, deshalb dafür vielen lieben Dank!

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